Mittwoch, 7. November 2012

Inwertsetzungspotential nur unter dem Namen "Großenhainer Pflege"

Nach Information von Kreiswegewart Hans-Jochen Gramann in der Sitzung der AG Wegenetz der TGG Dresdner Heidebogen am 28.8.2012 gibt es allein im Kreis Meißen 5 Wege mit Bezug auf Mühlen. Alleinstellungswert im Sinne der ADFC-Kriterien kann also keiner dieser Radwege für sich verbuchen. In Großenhain konkurriert der Mühlenrundweg des Heidebogens durch direkte Nachbarschaft mit der erst 2011 in Betrieb genommenen Mühlenroute, was für Touristen eher zu Verwirrung als zu echter Besucherlenkung führt. Im Entwurf der Radverkehrskonzeption der Stadt Großenhain heißt es darüber hinaus zur Mühlenroute: „Die Bedeutung der Röderradroute als touristische Hauptroute im Gemeindegebiet von Großenhain muss perspektivisch noch weiter gestärkt werden. Der überwiegend gemeinsame Verlauf der Mühlenroute mit der Röderradroute ist daher kritisch zu sehen. Durch die Ausweisung zweier touristischer Routen, die über weite Entfernungen den identischen Streckenverlauf besitzen, wird die Bedeutung der Röderradroute geschwächt. Mittelfristig ist anzustreben, die Mühlenroute im Gemeindegebiet von Großenhain durch die Röderradroute zu ersetzen. Der kurze Teilabschnitt zwischen Zabeltitz und Raden, auf dem die Mühlenroute bislang den gemeinsamen Verlauf mit der Röderradroute verlässt und parallel zur ihr verläuft, könnte als Alternativroute der Röderradroute weiter geführt werden (z. B. mittels Beschilderung: Alternativer Verlauf Röderradroute über Mühle Raden).(Quelle)

Da die Mühlenroute, die ohnehin nur fünf Mühlen erfasst, schon seitens der Stadt Großenhain in Frage ge-stellt wird, um berechtigterweise (wie noch gezeigt wird) die Röderradroute zu stärken, sollte aus touristi-scher Sicht gefragt werden, wie eine Route im Elbe-Röder-Dreieck sinnvoller geplant werden kann, die neben Elberadweg und Röderradroute Bestandskraft hätte. Beispielsweise sind die Dörfer östlich von Zabeltitz, die zur Großenhainer Pflege gehören, bisher von keinem Radwegenetz erfasst. Zwischen der Zabeltitzer Röderaue und dem Raschütz ist eine „radwegefreie Zone“. Die hier „versteckten“ touristischen Attraktionen erlebbar zu machen, ist auch eine Aufgabe von politischer Bedeutung. Es gilt, Argumentationen entgegenzuwirken, die Großenhainer Pflege sei eine ausgeräumte Kulturlandschaft mit großen Ackerflächen von geringem Erholungswert, die zudem durch den Klimawandel von Austrocknung bedroht ist und durch den demografischen Wandel von Wegzug und Überalterung.

Beispielhaft für das Inwertsetzungspotential der Großenhainer Pflege seien genannt
Torflöcher bei Nasseböhla

  • Grödener Berge mit dem Heideturm
  • Schloss Oelsnitz
  • der Raschütz
  • Basispunkt der Sächsischen Landvermessung
  • kleine, zum Teil sehr alte Dorfkirchen der Pflege, wie Blochwitzer Kirche mit dem Pilgerstein
  • untergegangene“ Pilgerstätte in Ponickau
  • Brunnenwunder Ponickau“
  • Galgenberg bei Liega (Aussichtspunkt)

Quelle: DR. BRENNER INGENIEURGESELLSCHAFT MBH Dresden, Große Kreisstadt Großenhain, Radwegekonzept, Fortschreibung 2011 ENTWURF Projekt-Nr.: 210D136510 P:\VP\GROSSENHAIN\D1365_RADVERKEHRSKONZEPT\WORD\1365EB02.DOC 19.10.2011) Seite 33

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