Nach
Information von Kreiswegewart Hans-Jochen Gramann in der Sitzung der
AG Wegenetz der TGG Dresdner Heidebogen am 28.8.2012 gibt es allein
im Kreis Meißen 5 Wege mit Bezug auf Mühlen. Alleinstellungswert
im Sinne der ADFC-Kriterien kann also keiner dieser Radwege für sich
verbuchen. In Großenhain konkurriert der Mühlenrundweg des
Heidebogens durch direkte Nachbarschaft mit der erst 2011 in Betrieb
genommenen Mühlenroute, was für Touristen eher zu Verwirrung als zu
echter Besucherlenkung führt. Im Entwurf der Radverkehrskonzeption
der Stadt Großenhain heißt es darüber hinaus zur Mühlenroute:
„Die Bedeutung der Röderradroute als touristische Hauptroute im
Gemeindegebiet von Großenhain muss perspektivisch noch weiter
gestärkt werden. Der überwiegend gemeinsame Verlauf der Mühlenroute
mit der Röderradroute ist daher kritisch zu sehen. Durch die
Ausweisung zweier touristischer Routen, die über weite Entfernungen
den identischen Streckenverlauf besitzen, wird die Bedeutung der
Röderradroute geschwächt. Mittelfristig ist anzustreben, die
Mühlenroute im Gemeindegebiet von Großenhain durch die
Röderradroute zu ersetzen. Der kurze Teilabschnitt zwischen
Zabeltitz und Raden, auf dem die Mühlenroute bislang den gemeinsamen
Verlauf mit der Röderradroute verlässt und parallel zur ihr
verläuft, könnte als Alternativroute der Röderradroute weiter
geführt werden (z. B. mittels Beschilderung: Alternativer Verlauf
Röderradroute über Mühle Raden).(Quelle)“
Da
die Mühlenroute, die ohnehin nur fünf Mühlen erfasst, schon
seitens der Stadt Großenhain in Frage ge-stellt wird, um
berechtigterweise (wie noch gezeigt wird) die Röderradroute zu
stärken, sollte aus touristi-scher Sicht gefragt werden, wie eine
Route im Elbe-Röder-Dreieck sinnvoller geplant werden kann, die
neben Elberadweg und Röderradroute Bestandskraft hätte.
Beispielsweise sind die Dörfer östlich von Zabeltitz, die zur
Großenhainer Pflege gehören, bisher von keinem Radwegenetz
erfasst. Zwischen der Zabeltitzer Röderaue und dem Raschütz ist
eine „radwegefreie Zone“. Die hier „versteckten“
touristischen Attraktionen erlebbar zu machen, ist auch eine Aufgabe
von politischer Bedeutung. Es gilt, Argumentationen entgegenzuwirken,
die Großenhainer Pflege sei eine ausgeräumte Kulturlandschaft mit
großen Ackerflächen von geringem Erholungswert, die zudem durch den
Klimawandel von Austrocknung bedroht ist und durch den demografischen
Wandel von Wegzug und Überalterung.
Beispielhaft
für das Inwertsetzungspotential der Großenhainer Pflege seien
genannt
Torflöcher
bei Nasseböhla
- Grödener
Berge mit dem Heideturm
- Schloss
Oelsnitz
- der
Raschütz
- Basispunkt
der Sächsischen Landvermessung
- kleine,
zum Teil sehr alte Dorfkirchen der Pflege, wie Blochwitzer Kirche
mit dem Pilgerstein
- „untergegangene“
Pilgerstätte in Ponickau
- „Brunnenwunder
Ponickau“
- Galgenberg
bei Liega (Aussichtspunkt)
Quelle: DR.
BRENNER INGENIEURGESELLSCHAFT MBH Dresden, Große Kreisstadt
Großenhain, Radwegekonzept, Fortschreibung 2011 ENTWURF
Projekt-Nr.: 210D136510
P:\VP\GROSSENHAIN\D1365_RADVERKEHRSKONZEPT\WORD\1365EB02.DOC
19.10.2011) Seite 33